Wald

Was ist ein Wald?

Ja, öh - Wald ist halt Wald, oder? Da wachsen viele Bäume.

Das, was wir in unseren Köpfen als „Wald“ abgespeichert haben, ist eigentlich Waldwirtschaft, also Kulturlandschaft. In den letzten Jahrhunderten sind in Deutschland riesige Baum-Monokulturen zur Holzerzeugung angelegt worden. Dafür (und für Landwirtschaft, Viehweiden und Besiedelung) sind die echten alten Wälder schon vor langer Zeit abgeholzt worden. Was wir also als „Wald“ kennen, ist von Menschenhand angepflanzt.

Echte, also natürliche und ohne menschlichen Einfluss gewachsene Wälder, sehen ganz anders aus, als das, was wir sehen, wenn wir einen Waldspaziergang machen. In echten Wäldern steht niemals auf mehreren Hektar nur eine Baumart. Und dort wachsen auch viel mehr Baumarten als nur Nadelbäume, Buche und Eiche. Ursprünglich konnten sich Menschen sogar vom Wald ernähren, denn es gab viele Früchte, Nüsse, Pilze und Kräuter. All unsere heimischen Obstsorten entstammen ja auch Bäumen, die ursprünglich in Wäldern gewachsen sind. Genauso ist es mit Nüssen und Beerenfrüchten. Je gemäßigter das Klima, desto mehr Nahrung für Mensch und Tier wächst im Wald.

Wald und Artenreichtum

In den letzten Urwäldern unseres Planeten, in denen sehr viele fruchttragende Bäume wachsen, ist der größte Artenreichtum der Erde zu finden. Wälder bergen einen unschätzbaren Genpool an Pflanzen- und Tierarten.

Wald und Klima

Wälder sind, neben den Ozeanen, die entscheidendste Einflussgröße für das Klima unserer Erde. Wälder speichern riesige Mengen an CO2 und produzieren Sauerstoff. Das Pflanzen und Erhalten von Wäldern ist einer der vorrangigsten Faktoren zur Rettung unseres Klimas. Aufforstung ist effektivster Klimaschutz.

Naturnaher Wald

Da es in Deutschland überhaupt keine wirklich natürlichen Wälder mehr gibt, spricht man in der Forstwirtschaft dann von „naturnahem Wald“, wenn die Baumpopulation einheimisch ist und in einer annähernd natürlichen Zusammensetzung gepflanzt wurde. (Das wurde auf der Fläche unseres Waldrandes bei der Aufforstung ganz gut umgesetzt.) Trotzdem bleiben solche naturnahen Wälder Wirtschaftswälder und das Ziel der Aufforstung ist letztendlich wieder Holzgewinn. Deshalb sind naturnahe Wälder oft von Buchen und Fichten dominiert.

Naturferner Wald

Von naturfernen Wäldern spricht man, wenn auch nicht-einheimische, genetisch veränderte oder nicht an den Standort angepasste Baumarten gepflanzt wurden. Zum Beispiel sind all die Fichten-Kiefern-Lärchenwälder, die unterhalb von etwa 800 Höhenmetern angepflanzt wurden, solche naturfernen Wälder. Denn die Fichte ist ursprünglich ein Gewächs der Hochlagen und in tieferen Landschaften anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.

Plantagenwälder

Die naturfernsten „Wälder“ sind die Plantagen. Sie bestehen nur aus einer einzigen, schnellwachsenden Baumart. Hier ist der Wald schon nichts anderes mehr als reine Gewinnerzielung. Der Boden wird intensiv bearbeitet, Dünger und Pestizide kommen zum Einsatz und die so genannte Umtriebszeit, also der Zyklus des Erntens und Neuanpflanzens liegt häufig unter 10 Jahren. Plantagen sind extrem rentabel. Sie sind aber ökologisch wertlos und schädigen das Grundwasser und die Population an Insekten und Vögeln. Naturschützer sprechen hier von "Fake forests".

Renaturierung

Gerade angesichts des Artensterbens und des Klimawandels, ist es dringend nötig, unsere Wälder, so naturnah wir möglich, neu zu bepflanzen. Die jetzt schon stark veränderten Wetterverhältnisse gestalten dieses Ziel auch noch etwas schwieriger. Es ist nicht mehr so ohne weiteres möglich, auf einer gerodeten Fläche neue Reihen von Setzlingen zu pflanzen. Die heißen Dürresommer, die inzwischen auch bei uns üblich werden, lassen die unbeschatteten Setzlinge schnell absterben, weil sie über ihre Blätter mehr Wasser verdunsten, als sie aus dem Boden aufnehmen können. Das natürliche Waldwachstum, also das schnellere Wachsen von Ruderalbäumen wie z.B. Birken, Pappeln und Sträuchern, welche dann Schatten für langsamer wachsende Bäume wie Buchen und Eichen spenden, wurde bisher in der Forstwirtschaft nicht angestrebt. Es dauert zu lange, um wirtschaftlich zu sein und eine so angelegte Waldlandschaft ist kaum noch mit Maschinen zu bepflanzen oder zu beernten.

Renaturierung bedeutet also vor allem, die Natur in Ruhe zu lassen, ihr Zeit zu lassen und auf hohe, kurzfristige Gewinne zu verzichten.
 

 

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